Verlorene Obsessionen

…könnte die Überschrift meines heutigen Artikels lauten denn tatsächlich kommt es mir vor, als hätte ich unlängst meine Obsessionen verloren. Nun, ich neige mal wieder zur Übertreibung. Nicht jede meiner Vorlieben für bestimmte Themen sind mit einer Obsession gleich zu setzen. Dennoch erfahre ich gerade einen persönlichen Wandel in der Bedeutung die ich so mancher Dingen beimesse. Vielleicht schreibe ich hier deswegen momentan so wenig. Halte euch nicht mehr ganz so auf dem laufenden. Nein, ganz sicher liegt es nicht nur an der fehlenden Zeit, sondern auch der Langeweile die sich bei mir in Bezug auf Mode – dieses Thema trifft es am meisten – breit macht. Irgendwie reisst mich da gerade nichts vom Hocker, geschweige denn dass ich ein Bedürfnis verspüre Neuanschaffungen im Bereich der aktuellen Trends zu tätigen. Das mag zum einen daran liegen, dass die aktuellen Trends nicht wirklich Neues bieten. Irgendwie hat man alles schon im Schrank. Selbst ich mit meinem doch sehr überschaubaren Kleiderfundus gerate da nicht in Schwierigkeiten etwas passendes zu finden. Zum anderen mag es auch daran liegen, dass ich mich im laufe der Zeit immer mehr auf meine minimalistischen Vorlieben konzentriere. Gerade zu ein Spiel ist es für mich geworden auch zehn Tage mit nur einem kleinen Bord-Trolli zu überstehen ohne täglich gleich aus zu sehen. Natürlich sind die vermehrte Reisetätigkeiten und die Anforderungen denen ich momentan im Job begegne nicht ganz unschuldig daran. Irgendwie bleibt da keine Zeit für Dinge die mir überflüssig erscheinen. Überflüssig erscheint es mir momentan mich mit Instagram und Co, sowie den einschlägigen Modemagazinen zu beschäftigen da es wenig bis keine Inspiration, und somit mir keine Freude, bietet. Ich empfinde es schlichtweg als langweilig was mir da präsentiert wird oder es ist so weit weg von meinem ästhetischen Empfinden und Geschmack dass es mir die Fußnägel hoch rollt. Ich bin da nun mal eigen. Nun gut, ich gebe zu, nächsten Sommer kommt das eine oder andere in der Mode auf uns zu, was mir das Herzchen erwärmt. In Anbetracht der Body Positiv Aktivitäten aber auch Angst und Bange werden lässt. Ich gehe hier jetzt mal nicht näher ins Detail. 

Wenn eine Liebe verblasst kann es aber auch zu überraschenden Erkenntnissen führen. So gerade geschehen als mir von einem grossen Online Shop aus dem Luxusbereich mehrere Abendkleider für die anstehenden Bälle zur Auswahl übersandt wurden. Natürlich sendeten sie mir nicht wahllos alles was sie präsentieren wollten sondern ich traf eine Vorauswahl. Es war wie eine never ending shopping tour im Netz. Seit dem ich unendlich viele Seiten mit Abendroben sichtete wurde mir bewusst wie wenig Verständnis ich für all die Shopping Queens auf Insta habe. Mich überforderte dieses Überangebot einfach und nach einiger Zeit fand ich jedes Kleid langweilig. Ich denke anderen würde hier das herz aufgehen, spielt doch bei solch einer Auswahl das eigene Budget keinerlei Rolle. Mein Problem waren also nicht die Preise sondern die einfache Tatsache dass nichts gefiel. Also musste ich erst mal mein Perfektionismus zur Seite legen und Kompromisse suchen. Nicht unbedingt mein Ding. Aber nach Tagen der Qual war es dann soweit. Ich hatte ein paar Kleider zur Auswahl parat. 

Böse Überraschung würde ich es nennen als ich in eins nach dem anderen schlüpfte und obwohl in Samt und Seide, Tüll und Spitze gehüllt, ich mich wie eine Prinzessin fühlen sollte, mir nicht eines dieser Kleider gefiel. Nicht weil diese Stücke der meisterlichen Handwerkskunst hässlich waren, bei weitem nicht, sondern weil ich es nicht war. In kleinem der Kleider sah ich mich, meine Persönlichkeit und mein ich. Es war wie eine Verkleidung, ein Kostüm was ich mir überstülpen sollte für eine Rolle die ich nicht spielen will. Unabhängig davon dass nicht jedes Kleid mir passte was die Konfektion betrifft, passte keines der Kleider zu mir und was ich bin. Keines erfüllte meine Wüsche und so sass ich da in einem Berg aus Tüll und Seide und überlegte wie ich Tränen und Verzweiflung, all die Enttäuschung, vermeide. Ratlos, mit der Frage was ziehe ich dann nur an und den Ärger über mich selbst so kompromisslos zu sein, schlich sich ganz langsam ein anderer Gedanke ein. Der dass es gut ist keine Kompromisse zu machen, Geduld zu haben und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Sich nicht von dem was andere erwarten beeinflussen zu lassen und einfach zu sich zu stehen. Erleichtert fasste ich den Entschluss, ich trage genau das Kleid was ich liebe, egal ob es schon mal gesehen wurde, denn ich stehe zu dem was ich ständig predige und lebe. Weniger ist mehr. 

Frei und fröhlich konnte ich nun all die feinen Roben liebevoll verpacken, einen Dankesbrief verfassen und alles an den Absender schicken und damit fühlte ich mich frei und wieder bei mir. Und genau so geht es mir mit vielen Dingen. Machmal braucht man nur den Mut zu sich und seinen Wünschen zu stehen. So manch Konventionen über den Haufen zu werfen ist gar nicht so schwer. 

Love, Stefanie 

2 Kommentare

  1. Britta
    Oktober 10, 2021 / 12:55

    Hallo Stefanie,

    Ich habe Deine Einstellung schon immer bewundert. Du weißt was Du willst und das ziehst Du auch durch .
    Die Fotos der Bälle und Veranstaltungen zeigen es ganz deutlich…, Du bist ganz bei Dir und siehst dabei fantastisch aus.
    Ich werde immer so gerne von Dir virtuell mitgenommen, für mich irgendwie exotisch und spannend .

    Happy Sunday Süße

    Britta

    • Oktober 10, 2021 / 12:57

      Liebe Britta,

      in letzter Zeit nehme ich euch ja kaum mit weil ich immer so wenig Zeit habe mal ein paar Eindrücke fest zu halten, aber ich gelobe Besserung.

      Danke Dir für die lieben Worte
      Stefanie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.