Königsdisziplin

@ Edward Park Photography

In meinem heutigen Beitrag geht es um die Königsdisziplin des Stylings, ein „das muss ich gelesen haben“ Beitrag für alle Liebhaber von schwarzer Kleidung. Ich spucke grosse Töne und ich sehe schon viele die Augen verdrehen, ist es doch eine allgemeine Annahme, dass man mit schwarz nichts falsch machen kann. Genau hier lege ich mein Veto ein. Denn schwarz ist bei weiten nicht die sichere Nummer auf die man sich so einfach mal so verlassen kann. Nicht umsonst heisst es schwarz sei langweilig. Gerüchte wie die, dass Menschen die schwarz tragen sich nicht zeigen wollen, etc. Halten sich hartnäckig neben anderen Meinungen wie Menschen mit der Liebe  zu schwarz hätten eh alle einen Knall. 

Keine Ahnung woher es kommt, dieser ganze Mist, den man sich da anhören darf. Mich wundert auch immer wieder welche Berufe mit dem Faible für schwarze Klamotten in Verbindung gebracht werden. Ganz vorne weg der Künstler und Architekt. Dieses Vorurteil hält sich ebenso hartnäckig wie das des schwulen Friseurs. Aber ich will hier jetzt keine Tirade starten über schwachsinnige Meinungen die an Stammtischparolen erinnern, sondern meinen Blick auf die Mode richten. 

Schauen wir uns auf Instagram und Co um, blättern wir durch Magazine oder schalten einfach mal den TV ein stellen wir schnell fest, schwarz ist nicht die dominante Farbe (ich weiss, schwarz ist keine Farbe, aber ich nenne es jetzt trotzdem so) die wir zu sehen bekommen. Aus vielerlei Gründen. Beim TV mag man schwarz nicht. Es wird also bei der Talkshow, dem Life Auftritt, dem Reality Format, schnell gebeten doch Farbe zu tragen. Beim Film ist es ein wenig anders, hier bekommen manche nur schwarz gereicht, zur Unterstreichung der Charaktere. Bei Instagram erhalten bunte Outfits die höher Interaktion, genauso wie der farbenfrohe Artikel einer Zeitschrift mehr Aufmerksamkeit erhält. Für mich ein deutliches Zeichen das Ästhetik nicht im Vordergrund steht. Was nicht impliziert farbige Bilder seien unästhetisch . Dennoch ist das alles auch zu erkennen an meinem eigenen Instagram Feed. Seit ich hier nur noch schwarz weiss Bilder poste ist der Feed für viele zu ruhig (langweilig). Früher als ich ab und an Farbe zeigte, da explodierten Likes und Kommentare. Viele forderten mich die letzten Jahre auf doch mal was farbiges zu tragen, mehr Modemut zu beweisen um einen vermeidlichen Erfolg  einzuheimsen. Ich kann da definitiv nur ungläubig gucken. Gerade diejenigen, die zu mehr Modemut auffordern, es zu ihrem persönlichen Mantra machten, gerade all jene sehe ich eher als Suchende an (ich formuliere es freundlich, denn bei vielen sage ich auch einfach absolut geschmacksbefreit) Als jemand der seinen Stil einfach nicht finden kann. Unabhängig davon, dass mir die meisten Outfits der Protagonisten nicht gefallen, ich weder die Kombinationen noch den Stil mag, empfinde ich auch die Aussage im Grundsatz gänzlich falsch. Sich dazu zu entscheiden keinerlei Normen zu entsprechen und sich einzig und alleine auf eine Farbe zu konzentrieren entspricht weit aus mehr „Modemut“ (was ein grauenhafter Ausdruck). Gerade wenn man es mit Minimalismus paart, nicht nur über eine minimalistische Garderobe redet sondern sie auch lebt, erfordert es sehr viel Mut. Und vor allem Selbstbewusstsein, stellt man sich doch gegen Normen. Und bitte seit mir nicht böse, aber ein ernstgemeinter und gelebter Minimalismus und unendlich viele Farben im Kleiderschrank, das schliesst sich nun mal aus. Es ist einfach nicht möglich. Auch wenn es definitiv farbig im Minimalismus zugehen kann, so bleibt man dennoch in einer Farbwelt. 

@ Oksana Serta

Meine Farbwelt ist, wie ihr wisst, schwarz. Und gegen aller Meinung ist es hier wirklich die Königsdisziplin täglich, zu jeder Jahreszeit, zu kombinieren und immer, auch mit alten Teilen modisch up to Date auszusehen. Schaffen es viele noch im Winter echt tolle Outfits, die weder spießig noch langweilig sind, zu kombinieren, so wird es für viele im Sommer richtig schwer. Ich persönlich finde das alles ein Kinderspiel, aber ich lebe es nun mal auch mit Haut und Haaren. Und ja, auch ich kombiniere mal eine andere Farbe rein. Bevorzugt weiss oder grau. Auch beige ist mal mit von der Partie. All diese Stücke brechen den „harten“ Charakter von schwarz. Sie sind mal ein Tupfer in der Monochromie. Dennoch ist gerade diese Monochromie in richtiger Kombination das besondere an unserem/ meinem Stil. 

Ich mag es mit Shades of Black in meinen Outfits zu spielen. Meist entstehen sie durch den Einsatz unterschiedlicher Materialien, sie machen das Outfit richtig lebendig. Aber auch im gleichen Material gehaltene Kombinationen lassen dieses Spiel durchaus zu. Trotzdem Aufgepasst! Denn schwarz ist nicht gleich schwarz und gerade das Spiel der unterschiedlichen Schattierungen erfordert echtes Fingerspitzengefühl. Nichts ist gruseliger als schwarz mit schwarz kombiniert in dem die Töne nicht harmonieren. Oder einfach nur billige Teile/ Stoffe verwendet werden, denn schwarz verzeigt hier nie.

Grundsätzlich braucht es des öfteren Fingerspitzengefühl bei der Wahl des All in Black Outfits für verschiedene Gelegenheiten. Neben Anlässen bei denen traditionell in unseren Breitengraden schwarz getragen wird wie Beerdigungen und Trauerfeiern, bekommt schwarz im Business und bei Events durchaus eine Daseinsberechtigung einer breiten Front. Auch im Alltag, mal so zischen durch erfreut sich schwarz vieler Freunde. Ganz anders sieh es da schon im Sommer aus und auf Hochzeiten gilt es als Tabu. Gerade bei letztem Punkt kommt mir das zunehmende Alter meines Bekanntenkreises und jetzt auch Corona sehr entgegen. Denn wie oft entzog ich mich hier schon dem Dresscode und erntete böse Blicke. Ja wie konnte ich es auch nur wagen in einem schwarzen Kleid auf der Hochzeit zu erscheinen, ein Tag der Freude, fragt sich nur für wen. Um ehrlich zu sein ziehe ich es dann vor dem Event dann fern zu bleiben. 

@ Edward Park Photography

An dieser Stelle eine kleine Anekdote. Es war im vorletzten Jahr da feierte die Villa Kennedy ein Blumenfest. Alles war darauf ausgerichtet, auch der Dresscode forderte florales. Mit leichter Panik schaute ich mir die Einladung noch mal genauer an und fand da, klein geschrieben extra für mich, du musst keine Blumen tragen. Das nenne ich mal Akzeptanz und Anerkennung einer Persönlichkeit auf ganzer Linie, danke hierfür an dieser Stelle, ich war selten so gerührt. Und obwohl ich jetzt in meiner normalen Garderobe hätte kommen dürfen trug ich an diesem Tag tatsächlich ein buntes Kleid mit Blumen. So sagte ich Dankeschön. Aber zurück zum Text. 

@ Oksana Serra

Die Hochzeit, die haben wir abgehakt, ist ja auch nichts was täglich stattfindet, aber wie sieht es aus mit dem Sommer? Schwarz findet im Sommer kaum noch einen Liebhaber. Jedesmal denke ich mir, kaum kriechen die ersten wärmenden Strahlen hervor ist gefühlt jeder in den Farbtopf gefallen. Bunt bunter am buntesten, so könnte man es auch nennen. Überall springt es einen an: Farbe! Welch Genuss fürs Auge, wenn man ganz vereinzelt mal etwas anderes sieht. Beim Dinner das kleine Schwarze, ab und an kann man das entdecken. Und da mal ein schönes Seiden Slipdress, einfach so mit Flipflops, welch ein Genuss! 

@ Oksana Serta

Die Königsdisziplin, viele haben vor ihr Angst (übrigens werden auch die Träger von schwarz oft misstrauisch beäugt) dabei würde ich jedem raten das mal zu wagen. Schwarz ist und bleibt eine der edelsten und stilvollsten Farben die wir haben. Sie ist selbstbewusst und charismatisch. Schwarz ist bespielbar wie eine Klaviatur, klar kommen bei einigen Misstöne heraus, aber andere entwickeln sich zu Virtuosen beim Spiel…

Love, Stefanie 

5 Kommentare

  1. Britta
    April 26, 2021 / 16:56

    Hallo Stefanie,

    Ich mag die „Nicht“ Farbe schwarz sehr. Eine reduzierte Farbpalette in seiner Kleidung zu tragen vereinfacht das Leben so ungemein .
    Auch eine Art des Minimalismus wie ich finde.
    Ich mag Deinen Style sehr, und auf eine Art hast Du mich zu meiner reduzierten Farbpalette inspiriert.
    Hier und da ein Farbklecks in meiner Garderobe ist noch zu finden, und Experimente welche Farbkleckse es denn sein sollen auch ( Post von Freitag ).
    Ich finde Dich umwerfend in Schwarz,es passt einfach zu Dir, es ist Dein Style!
    Manchmal muss ich über die Ladys lachen bei Insta die zu 100% der Meinung sind, das sie Ihren ganz eigenen Style gefunden haben .
    Den erkennen wahrscheinlich nur sie selbst, ich jedenfalls nicht!
    Style ist etwas unverwechselbares, ein roter Faden in einem Outfit, ein Wiedererkennungswert, sich treu bleiben im Dschungel der Mode, so wie bei Dir .
    Wäre auch mal ein interessanter Blogpost … oder hattest Du das Thema schon?
    Ich wünsche Dir einen schönen Abend

    Britta

    • April 27, 2021 / 08:58

      Hallo Britta,

      Ich gebe dir von deiner Interpretation zu der Aussage „eigener Style“ zu 100 % recht. Ein wirklicher Style hat tatsächlich immer einen Wiedererkennungseffekt. Er hat die ganz persönliche Handschrift des Trägers, siehe Karl Lagerfeld, sein Style ist unverwechselbar. Oder nehmen wir Anna Wintour, auch sie ist unverwechselbar. Selbst Heino hat seinen roten Faden im Style. Ich habe bis her darüber nicht geschrieben werde es aber gleich in Angriff nehmen. Es ist ein schönes Thema. Danke für die Anregung.

      Ganze liebe Grüße
      Stefanie

  2. Pet
    April 26, 2021 / 19:58

    Liebe Stefanie, schon sonderbar wie Menschen einem sagen wollen, wer man ist und welche Farbe getragen werden soll.
    Für mich kommt es immer darauf an wie authentisch jemand ist.
    Und wenn ich auf Insta etwas nicht mag, dann like ich es auch nicht. Kommentar dann überflüssig.

    Weiter so und herzliche Grüße Pet

    • April 27, 2021 / 09:00

      Hi Pet,

      Vielen lieben Dank für Deine positiven Worte und natürlich werde ich weitermachen, ganz in meinem eigenen Stil, es ist nicht meine Art mich zu verbiegen.

      Ganz liebe Grüße
      Stefanie

  3. Monika
    Mai 6, 2021 / 22:15

    Schwarz trägt keiner so gekonnt wie du

    Liebe Grüsse

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