Instagram schafft sich ab

Nicht erst seit heute bin ich persönlich der Meinung, dass Instagram auf dem absteigenden Ast ist. Natürlich werden jetzt viele den Kopf schütteln und fragen ob ich in einer anderen Welt lebe, schaut man sich die Nutzerzahlen an. Nein, mir ist durchaus bewusst, momentan ist Instagram eine App an der kaum jemand vorbei kommt. Egal ob im normalem Business oder im Showgeschäft. Die App ermöglicht eine direkte Kommunikation und ersetzt leider heute auch viele Printmedien. Fast für jede Sparte gibt es hier den passenden Hashtag und Millionen von Nutzern sprechen da auch eine eigene Sprache. Dennoch: Instagram steht für ich vor dem aus. 

Begonnen hat es damit, dass Instagram, einst als reine Bild-App gestartet, einfach nach und nach auf zu vielen Hochzeiten tanzen will. Der ursprüngliche Nutzer, meist waren es damals Modeinteressierte, die auch einen Sinn für Ästhetik hatten, der Nutzer also der sich an schönen Bildern erfreuen wollte, ist heute zum Problem geworden bei der Jagt nach Klicks. Denn er verweilt zu kurz, lässt sich nur kurz inspirieren und seine Verweildauer ist für Instagram eindeutig zu kurz. Nun ja, nach der Einführung von Storys, dann den Reels und Videos, waren die Grundsteine gelegt für das, was da jetzt kommen soll. Das ruhige Bild, der sinnvolle Text, all das wird zur Nebensache, es bringt einfach zu wenig Klicks. Klicks sind hier die fliessenden Taler, die Dollars, das reine Bare. Mir, und ich denke ich stehe da nicht alleine, war das jetzt schon alles zu viel. Storys in Dauerschleife, belangloses Blabla, peinliche Reels, ich persönliche finde es alles höchst sonderbar. Aus verschiedenen Gründen: zum einen frage ich mich in welcher Welt wir leben das „big Brother is watching you“ zum allgemeinen Zeitvertreib geworden ist, zum anderen, wer hat die Zeit sich den ganzen Müll rein zu ziehen? Schon heute ist es für mich eine Qual mich auch die Timeline zu scrollen und die Storys laufen meist nur neben her dass der rote Kreis verschwindet. Ich weiss, ich bin ein Monk. Weiter im Werdegang meiner einst wirklich geliebten App. Das ich sie heute nicht mehr mag dürfte allseits bekannt sein. ich schrieb darüber schon oft. Aber egal. Immerhin war ich ein wenig erleichtert als die chronologische Reihenfolge der Timeline zurück kehrte. Ein kleiner Hoffnungsschimmer das es wieder so werden könnte wie es einst war. Aber nein, denn denkt man es kann nicht mehr schlimmer kommen wird man definitiv eines besseren belehrt. Voll Entsetzen hörte ich also vor ein paar Tagen die Ankündigung von Adam Mosseri und traute meinen Ohren kaum. Da soll jetzt alles geändert werden. Das Testing der Feed Änderung ist in vollem Gange und ich bin einfach nur noch entsetzt. Eine Kollegin bei der FAZ hat es sehr schön auf den Punkt gebracht und so verwiese ich mal ganz frech auf den Feuilletons für alle die da genauer wissen wollen um was es geht. Ich für meinen Teil bringe es einfach kurz auf den Punkt. Instagram plant den Übergang zur Video Plattform. Anders kann man das was da passiert nicht beschreiben. Bildern und Texten laufen ineinander über, wie gesagt, alles für mehr Klicks, Kommentare zu sehen etc. alles jetzt mit Aufwand verbunden, aber wie werden ja belohnt mit trashigen Videos. Da bin ich endgültig raus. 

Wer den Text der FAZ gelesen hat weiss auch dass sich die Begeisterung bei den Nutzern in grenzen hält, wäre ja mal schön wenn sie es nicht nur als Kommentar unter ein Bild setzen würden, denn dann bliebe uns der Mist erspart. Aber leider leider ticken die Menschen so nicht und für zu viele ist Instagram ihr Lebensinhalt geworden. Sie lesen kein Buch mehr, sie haben keine realen Freunde, ihr Leben findet virtuell statt. Zuseht haben sie sich an das Gefühl der Anerkennung die sie in Likes und verlogene Kommentare hinein interpretieren gewöhnt. Geradezu amputiert fühlen sich hier einige wenn sie mal das Handy nicht einfach nutzen können. Kein Wlan oder Netz, was eine Katastrophe. Geradezu Entzugserscheinungen wie Nervosität und ähnliches sind hier festzustellen. Hippelig wird gesucht und geflucht, die grössten Verrenkungen angestellt um doch die Verbndung zur Aussenwelt her zu stellen. Ich finde es so absurd, dass es schon gruselig ist. 

Wenn ich mir also jetzt vorstelle was wir demnächst dann bei Instagram so sehen, also kein Foto, was ja auch mal schnell gemacht ist, sondern mehr Videos, dann geht die Phantasie mit mir durch: stellt euch die Zukunft doch mal vor. Schon jetzt wird jeder Mist, sei es das Essen oder der wunderschöne Sonnenuntergang, alles durch die Kamera gesehen. Kann sich das niemand einfach so mehr anschauen? Oder einfach mal Essen gehen und sich mit den anderen Menschen unterhalten ohne alles in Bildern zu dokumentieren? Stellt euch vor wenn das Bild nicht mehr reicht! Auf jedem Tisch ein Stativ, ach was rede ich da, am besten die ganze Bude von Kameras verwanzt, um mit zu halten in der schönen neuen Welt. Ich bin raus. Zu laut, zu grell, wie ein Kirmes Karussell. 

Love, Stefanie 

7 Kommentare

  1. Mai 14, 2022 / 18:43

    Ich finde diese ganzen Videos und Reels extrem nervig. Gerade bei Outfit-Fotos mag ich stille Bilder, die man in Ruhe anschauen kann. Am schlimmsten finde ich diese Videos, in denen die Damen mit den Klamotten zappeln oder herumtanzen und dann die Outfits wechseln. Manchen scheint wirklich nichts peinlich zu sein, hauptsache sie verkaufen.
    Wenn das noch mehr werden sollte, kehre ich Instagram den Rücken.

    Liebe Grüße

    • Livemyfashionstyle
      Mai 25, 2022 / 22:45

      Genauso geht es mir auch. Dieses Gezappel vor der Kamera und die immer wieder gleichen Bewegungen bei den Damen finde ich sehr nervig. Ich mag Fotos oder auch Stories, wenn da nicht gerade innerhalb einer Woche die 5 Kosmetikserie angepriesen wird. Überhaupt diese ganze Werbung …
      Als ich vor 11 Jahren angefangen habe, war es einfach nur wunderbar. Nette Kontakte mit gleich gesinnten, viel Inspiration…

      Mittlerweile bin ich oft nur genervt und bin nur noch relativ selten bei Instagram aktiv. Schade, was aus dieser eigentlich wunderbaren App geworden ist!!!

      Schöne Grüße

      • Mai 26, 2022 / 07:34

        Liebe Bea,
        Genauso ist es. Als ich anfing hatte ich so viel Spaß dass ch auch extrem aktiv war. Früher waren auch die Storys noch ein Mehrwert. Und der Austausch war ungezwungen. Bin da ganz bei dir und echt gerade ein wenig wehmütig.
        Liebe Grüße
        Stefanie

    • Livemyfashionstyle
      Mai 25, 2022 / 22:45

      Genauso geht es mir auch. Dieses Gezappel vor der Kamera und die immer wieder gleichen Bewegungen bei den Damen finde ich sehr nervig. Ich mag Fotos oder auch Stories, wenn da nicht gerade innerhalb einer Woche die 5 Kosmetikserie angepriesen wird. Überhaupt diese ganze Werbung …
      Als ich vor 11 Jahren angefangen habe, war es einfach nur wunderbar. Nette Kontakte mit gleich gesinnten, viel Inspiration…

      Mittlerweile bin ich oft nur genervt und bin nur noch relativ selten bei Instagram aktiv. Schade, was aus dieser eigentlich wunderbaren App geworden ist!!!

      Schöne Grüße

  2. Mai 25, 2022 / 10:22

    Ich bin ganz bei Dir – Instagram nervt nur noch und ich überlege mein Business (kleiner Online-Shop) aufzugeben. Selbst bezahlte Werbung bringt nichts mehr – danke für den Beitrag
    Lg Michaela

    • Mai 26, 2022 / 07:30

      Liebe Michaela,
      ich bin schon lange nicht mehr wirklich aktiv auf Instagram, habe aber auch keinen Shop so wie Du. Ch finde es immer traurig wenn man etwas auf gibt was man gerne macht. Dennoch ist es sicherlich auch ein abwägen von Aufwand gegenüber Einnahmen. Vielleicht findest Du ja einen anderen Vertriebsweg? Nur auf Instagram zu setzen ist ja bei der Masse an Angeboten sicherlich schwierig geworden.
      Liebe Grüße
      Stefanie

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