Nettiquette

Ein Wort welches für Taten steht und doch leider viel zu wenige kennen. Nettiquette steht für die Etikette, für Nettigkeit, welche gerade in den sozialen Medien momentan sehr zu wünschen übrig lässt. Damit ihr mir folgen könnt um was es mir heute hier geht beginne ich aber mal am Anfang.

In Zeiten wie diesen 

Nicht erst seit heute und auch nicht erst seit dem wir Soziale Medien nutzen, gibt und gab es immer wieder Menschen die meinten die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und ihr verbales Gift in Form von Attacken gegenüber eines Andersdenkende, anders Aussehenden kund tun zu müssen. Beleidigungen und ein Sprachgebrauch der an einer guten Kinderstube zweifeln lies waren immer schon Gang und Gäbe. Erforderte es außerhalb der sozialen Medien früher – der Begriff ist falsch den ich jetzt nutzen werde aber mir fällt einfach nichts besseres ein – eines gewissen Maßes an Rückgrat seine abwertenden Meinung zu offenbaren so stehen diese missgünstigen Menschen heute unter dem Schutz der Anonymität der sozialen Medien. Sicherlich gab es auch früher den einen oder anderen, der gerne auch mal im Schutze gleichgesinnter, Stammtisch Parolen resezierte ohne sich auch nur einen Moment darüber Gedanken zu machen. 

Gedankenlosigkeit 

Diese Gedankenlosigkeit durch die heutige Anonymität, genauso wie die Boshaftigkeit manch eines Nutzer der sozialen Medien führte dazu das ein neues Wort geboren wurde. Nettiquette. Es entstand nicht etwa vor Jahren, nein, es ist relativ frisch in unseren Wortschatz eingezogen. Obwohl es Hate, Hetze und Deformation, üble Nachrede und Beleidigungen schon genauso lange im Netz gibt wie die sozialen Medien.  

Soziale Medien

Der Gedanke in Kommunikation mit anderen Menschen stehen zu können kommt unserer Spezies sehr entgegen. Der Grundgedanke der sozialen Kommunikation sollte demnach auch von allem positiv bewertet werden. Wie sollten alle dafür dankbar sein, dass gerade in Zeiten von Lockdowns und riesiger Unsicherheit in der Bevölkerung wir ein Medium haben was uns die Möglichkeit in Kontakt zu bleiben. Leider ist das Gegenteil der Fall. Etwas sozial positives entwickelt sich zu einem Tummelplatz für Asoziale. Wahllos wird beleidigt und gedisst von diesen armen Charakteren, meist schön anonym denn das Rückgrat sich zu erkennen zu geben fehlt. Sollte der ein oder andere dieser umnachteten Geister dann doch einmal seine Identität verraten wird bei der leisesten Kritik an dissenden Kommentaren sich auf die Meinungsfreiheit bezogen. 

Meinungsfreiheit 

Seine Meinung frei äußern zu können und zu dürfen, in einem Land zu leben in dem es möglich ist eine andere Meinung zu haben ist ein Privileg. Wir sollten dieses Privileg eine eigene Meinung zu haben und sie äußern zu dürfen aber nicht mit einem Freifahrschein für Beleidigungen und Diskriminierung verwechseln. Auch eine Meinung zu äußern bedarf einer gewissen Etikette die eingehalten werden sollte. Bin ich dazu nicht in der Lage sollte ich doch einfach mal die Klappe halten. 

Der Ton wird rauer 

Beobachten wir generell nun einmal das Geschehen der letzten Zeit ist, wie schon in einem meiner letzten Blogs erwähnt, zu beobachten, dass der Ton insgesamt rauer wird. Die anfangs beobachte Solidarität und Empathie der Gemeinschaft zerbröselt und wandelt sich peux a peux in einen erschreckenden Egoismus. Ich weiß nicht ob es an dem Gefühl der Ohnmacht liegt, was sehr viele sicherlich anhand der völlig unberechenbaren momentanen Lage beschleicht, oder ob es eine alles umfassende Unzufriedenheit des einzelnen ist der beleidigende und abwertende Kommentare verfasst. Vielleicht sind es auch niedere Beweggründe wie Neid und Eifersucht, ein generelles minderes Selbstwertgefühl, der kurze Moment der Freude sich ach so cool gerade mal über jemanden anderen erhoben zu haben. Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass mir Menschen persönlich leid tun die ihre persönliche Befriedigung aus der Tatsache ziehen andere nieder zu machen. Diese Menschen sind bemitleidenswerte Geschöpfe die ihr eigenes Leben durch Negativität und Missgunst vergiften. Und wie bei einem Drogenabhängigen wird der kurze Kick keine längerfristige Genugtuung hervorrufen. 

Einfach mal die Klappe halten 

Sicherlich, wir sind irgendwie wohl alle momentan ein wenig gestresst und auch überfordert. Wenn es nicht die Umstände der Einschränkungen sind, dann vielleicht die Überforderung im Homeoffice alles auf die Reihe zu bekommen, die Angst um den Job, das ausbleibende Einkommen, die Nähe zu Familie und Freunden oder wie bei mir der anhaltende Baulärm dem ich nicht durch eine Flucht ins Kaffee entgehen kann. Wir sind vielleicht gerade etwas gereizter als sonst, bekommen dazu vielleicht noch unsere Tage und irgendwie war der Tag dann doch noch doof. Ich zicke rum und hadere mit mir selbst. Schön und gut, dass alles ist menschlich und kommt immer einmal vor. Ich zicke auch mal meinen Partner an oder bin genervt vom Kind. Nicht die Liebenswürdigkeit in Person weil meine Freundin mich auf dem falschen Fuß erwischt. Der Unterschied zu diesen privaten kleinen Zickereien zu dem dissen in den sozialen Medien besteht darin dass ich mich entschuldigen kann und es auch sofort tue. Ich sage im Umfeld: sorry, das war nicht fair. In den Sozialen Medien bleibt dieses aus.

Nachdenken lohnt sich 

Besonders schön und auch ausführlich hat sich die liebe Tanja zu diesem Thema in einem IGTV geäußert und viele Dinge in den Raum geworfen über die wir alle gemeinsam immer wieder nachdenken sollten. Das wichtigste hierbei ist: denke nach bevor du einen Kommentar absendest ob du diesen gerne selbst unter deinem Bild hättest. Dieser Gedanke ist so einfach dass er tatsächlich umzusetzen ist. Meiner Meinung nach schreibe lieber etwas neutrales (wenn du schon unbedingt etwas schrieben musst) oder halte die Klappe. Egal ob es um ein Outfit geht was da präsentiert wird und dir persönlich nicht gefällt oder die Sehnsucht nach einem Urlaub in einer fernen Region. Wirst du nicht nach deiner Meinung gefragt behalte sie für dich. Punkt, so einfach ist das. 

Konsequenz 

Die liebe Tanja hat noch einen Gedanken aufgegriffen den ich persönlich zukünftig umsetzen werde. Es bringt nichts wenn wir vereinzelt eine Diskussion mit Beratungs-Resistenzen Menschen beginnen und ihnen auch noch eine Plattform für ihre Negativität bieten. Konsequentes blockieren dieser Personen ist in meinen Augen der einzige richtige Weg. Um so mehr hier an einem Strang ziehen um so besser ist es. Gemeinsam werden wir dann mit ein wenig Glück den Hashtag Nettiquette irgendwann mal wieder nicht mehr nutzen müssen weil Nettigkeit wieder eingezogen ist. 

Also, vergesst nie: nett sein tut nicht nur uns sondern auch anderen gut. 

Love, Stefanie 

Anmerkung: 

Viele Nutzer der sozialen Medien posten gewisse Dinge, wie unter anderem Unboxings etc, nicht mehr um dem Neid und der Missgunst Dritter zu entkommen, einige haben sich komplett zurück gezogen weil sie mit den Anfeindungen nicht umgehen können. Unter anderem aus diesen Gründen ist dieser Artikel entstanden. Jeder Mensch ist unterschiedlich und sollte das auch zeigen dürfen ohne dafür angegriffen zu werden. Die Entwicklung, dass manch einer Angst hat etwas zu posten finde ich mehr als besorgniserregend. Genauso wie nicht gönnen können auf dem Vormarsch ist, was ich mehr als traurig finde. Und nur weil jemand eine Person des öffentlichen Lebens ist, ein Blogger mit zig tausenden Followern rechtfertigt all dieses niemanden diese Personen beleidigen zu dürfen. Mit ihrem Job haben sie nicht mit eingekauft Freiwild für Menschen die gerne dissend eingekauft. 

18 Kommentare

  1. Jennysdailystyles
    November 4, 2020 / 07:11

    Ich gebe dir zu 100 % recht Gönnen können und sich mit dem anderen freuen gibt es zu gut wie gar nicht mehr.
    Ich hatte ja auch mal eine Story dazu gemacht.
    Einfach mal die Klappe halten, wenn man nichts positives zu erzählen hat.

    • November 4, 2020 / 07:14

      Liebe Jenny,

      Ich bin komplett bei Dir! Wenn wir nun alle zusammen diesen Menschen Stop zeigen wird es vielleicht wieder einen Wandel zum guten geben. Nur wenn man ihnen die Plattform entzieht, sie keine Aufmerksamkeit bekommen, hören solche Disser auf.

      Liebe Grüße
      Stefanie

  2. Frolleindingens
    November 4, 2020 / 07:31

    Moin Sweety!
    Es gibt immer Unzufriedene! Egal um was es hier geht!
    Egal ob neu oder Second Hand! Ich freue mich grundsätzlich wenn sich jemand einen echten Traum erfüllen kann!
    Ich wurde auch schon dumm angemacht weil ich gerne schönen Dingen ein neues Zuhause gebe! Denke da ist viel Langeweile,Frust und Neid im Spiel! Warum auch immer‍♀️

    • November 4, 2020 / 08:22

      Hi Süsse,
      Ja, leider ist meckern wohl eine neue Disziplin im Breitensport geworden… ich hoffe es legt isch irgendwann wieder und die Leute merken dass nett sein toll ist.
      Liebe Grüße
      Stefanie

  3. EvelinWakri
    November 4, 2020 / 08:48

    Guten Morgen liebe Stephanie,
    irgendwann keimt in uns allen mal das Gefühl von Neid hoch, doch dann muss man damit umgehen und sich selbst hinterfragen, was mit einem nicht stimmt und merkt schnell, dass man mit sich und seiner Umwelt unzufrieden ist oder überfordert ist. Dann heißt es, so schwer es ist, neue Perspektiven zu suchen, aber nicht seinen Frust durch Mobbing, Dissen und fiesen Kommentaren damit bei anderen abzubauen und Mitmenschen zu verletzen. Doch denke ich, dass viele gar nicht anders können, die sind nur zufrieden wenn sie sich über andere auslassen, verunglimpfen und lustig machen können. Es geht oft soweit, dass sogar Gerüchte in die Welt gesetzt werden und viele können dann damit nicht umgehen und brauchen professionelle Hilfe.
    Du und Tanja habt es haarscharf auf den Punkt gebracht, einfach mal die Klappe halten, bevor ich mit einem Kommentar ein Unglück anrichte, Freundlichkeit tut nicht weh und macht das Leben um so vieles einfacher. Die Meinung zu sagen steht jeden zu, doch bitte mit Anstand und Etikette.
    Nettiquette sollte für jeden Selbstverständlichkeit sein.
    Danke für diesen Beitrag und herzliche Grüße
    Evelin

    • November 4, 2020 / 08:56

      Guten Morgen,

      Sehr richtig was du da sagst. Auch wenn ich persönlich tatsächlich das Gefühl Neid nicht kenne gehe ich aber davon aus dass es prinzipiell immer mit dem Jernigan zu tun hat der es empfindet. Ich finde auch nett sein tut nicht weh, tut sogar gut. Also mir zumindest.

      Liebe Grüße
      Stefanie

  4. Tobe
    November 4, 2020 / 09:17

    Liebe Stephanie,
    ein sehr guter Beitrag um Menschen zum nachdenken zu bringen. Ich bin mehr als dankbar, dass ich diese Erfahrungen persönlich noch nicht gemacht habe, denn ich bin sicher diese würde ich nur sehr schwer verkraften. Niemals würde ich es mir anmaßen andere mit meinen Worten zu verletzen. Ich versuche, wie im realen Leben auch, eine andere Sicht der Dinge stehen zu lassen. Wer sagt denn, dass meine Meinung die richtige ist? Für jeden ist im Leben etwas anderes richtig oder falsch. Deshalb wie auch in Deinem Blog geschrieben, einfach mal lieber öfter die Klappe halten. Gerade in der jetzigen, für uns alle nicht einfachen Zeit, würde ich mir Zusammenhalt wünschen und keine Menschen die noch verbal um sich schlagen.

    • November 4, 2020 / 09:19

      Zusammenhalt wäre tatsächlich wunderschön

  5. Annette
    November 4, 2020 / 11:10

    Alles gesagt!!! I liiike

  6. Elke
    November 4, 2020 / 11:57

    Hallo, gebe dir zu % recht . Hatte auch Tanja. Dazu schon geschrieben.
    Ich versteh die Menschen da nicht … wenn es mir nicht gefallt . Weiter blättern.
    Wenn jemand was schönes Zeigt … auch wenn es was teureres schönes ist, fein .. kann man sich doch mit freuen … wenn nicht weiterblättern… warum dieses Menschen sich negativ ausleben erschließt sich mir nicht …. also löschen und weg damit … mehr kann man wenn man selber nicht irr werden will nicht machen liebe Grüße Elke

    • November 4, 2020 / 12:01

      Hallo Elke,

      Vielen Dank für deine Zustimmung und genau so ist es bei mir … ich habe dafür kein Verständnis wenn jemand nur negativ ist.

      Liebe Grüße
      Stefanie

  7. November 4, 2020 / 13:36

    Liebe Stefanie,
    Word – das hast Du perfekt auf den Punkt gebracht.

    Schönen Tag & Lg
    Simone

    • November 4, 2020 / 14:19

      Liebe Simone,

      ich danke dir aus ganzem Herzen

      Liebe Grüße zurück
      Stefanie

  8. Britta
    November 4, 2020 / 14:26

    Hallo Stefanie,

    dem ist absolut nichts mehr hinzuzufügen .
    Anstatt sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen gerade auch in den sozialen Netzwerken wird gemobbt und es herrscht Neid und Missgunst. Unerträglich.
    Ich bin froh es bis jetzt noch nicht selbst erfahren zu haben .

    Lieben Gruß Britta

    • November 4, 2020 / 14:30

      Hi Britta,

      Dankeschön und ja, es ist ätzend und ich hoffe du wirst es auch in Zukunft nie erfahren müssen

      Ganz liebe Grüße
      Stefanie

  9. November 4, 2020 / 19:16

    Sehr interessantes Thema! Beleidigende Menschen sind für mich schwache Menschen, die mir nur leid tun. Leid, denn nur durch Ausbruch kompensiert man eigene Schwäche und Unzufriedenheit. Nettigkeit und Höflichkeit müsste man wieder mal den Leuten beibringen genau wie Bitte, Danke und Entschuldigung. Wir leben in sehr egoistischen Zeiten, da ist Neid vorprogrammiert. Man fühlt sich besser und stärker, wenn man drüber stehen und trotzdem noch lächeln kann. Alles Liebe!

    • November 4, 2020 / 19:30

      Hallo Mira,
      Ich bin ganz bei dir und sage auch immer freundlich sein tut gut.
      Liebe Grüße
      Stefanie

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