Minimalismus

@anoukdelphine

Immer wieder wird mir der Hang zum Minimalismus nachgesagt, was prinzipiell auf den ersten Blick sicherlich stimmt. Ich mag Minimalismus, sei es bei der Mode, Interieur oder Architektur, das stimmt schon. Trotzdem hat mein Leben wenig mit wirklichem Minimalismus zu tun.

Minimalistischer Lebensstil

Wer sich dem minimalistischem Leben verschrieben hat übt bewusst Verzicht und wendet sich so bewusst vom wahllosen Konsum ab. Das Motto weniger ist mehr wird hier zur Lebensphilosophie. Minimalismus ist zum Trend geworden dem sich immer mehr Menschen anschließen. Sei es nun zur Förderung unserer Umwelt oder um der täglichen Reizüberflutung zu entgehen, oder weil es gerade eben ein Trend ist sei einmal dahin gestellt. Es ist unendlich viel darüber geschrieben worden aber jeder hat wohl auch so seinen eigen Grund ein minimalistisches Leben zu führen. 

Minimalistischer Kleiderschrank

Alleine über dieses Thema findet man sehr viel Information im www. Empfehlen Minimalismus Profis hier eine Grundgarderobe von 17 Teilen pro Saison sind andere mit ca. 37 ein wenig großzügiger. Was allen gemein bleibt ist die Wahl der passenden Farbwelten und die durchgängige Kombinierbarkeit. Die Empfehlung von hochwertigen Basics und die bewusste Wahl der Kleidung, sprich eine emotionale Verbundenheit, steht hier immer wieder im Fokus. Soweit so gut. Denn auch ich bevorzuge es nach ganz bestimmte Farben, Schnitte und Qualität zu greifen. Auch ich konsumiere nicht wahllos sondern ausschließlich nach dem Prinzip das fehlt, das muss ersetzt werden. Bei dem empfohlenen Prinzip des „brauche ich das wirklich“ gestehe ich, da bin ich raus. Denn, und hier kommen wir zum Knackpunkt, ich besitze weit mehr Kleidung als die Empfohlen 17 Teile inklusive Schuhen pro Saison. Seien wir also einmal ehrlich. Die wenigsten von uns brauchen wirklich neue Kleidung. Sehr viele haben doch einen Kleiderschrank für vier Größen und zwölfzig Jahreszeiten. Ganz so ausgeartet ist mein Fundus an Kleidung nicht. Gerade bei Schmuck und Handtaschen bin ich äußerst genügsam. Und natürlich ist auch meine Kleidung im Vergleich sicherlich in der Kategorie „das ist nicht übertrieben viel“ ein zu ordnen. Ich gehe auch davon aus, dass ich oft als Minimalistin angesehen werde weil sich meine Kleidung oft so sehr ähnelt. Nicht immer ist da für den Betrachter ein Unterschied in meinen Styles auszumachen. So trage ich oft einen Kaschmir Pullover und Lederhosen. Gleicher Style aber kaum der selbe, da ich mehrere Lederhosen und Kaschmir Pullover besitze. Natürlich war das nur ein Beispiel, ich könnte es endlos fortsetzen und genau das unterscheidet mich schon mal von den wirklichen Minimalisten. 

Sympathie für Mimnimalismus 

Lange bevor es überhaupt ein Thema in den sozialen Medien und Blogs war – beides gab es damals noch gar nicht -, war mir Minimalismus sehr sympathisch. Gerade in der Architektur und beim Interieur. Ich bin seit meiner Kindheit ein absoluter Bauhaus Fan und verehre diesen Stil. Könnte ich wie ich wollte würde ich wohl in genau so einem Haus fernab von allem und jedem, spartanisch eingerichtet mit Klassikern der Moderne leben. Ich weiß dass meine Besucher wohl das Gefühl beschleichen würde sich in einer überdimensionalen Lagerhalle zu befinden die wenig an Wohnlichkeit und wohl nichts an Gemütlichkeit aufweisen würde, da ich kein Freund von überflüssigem in Bezug auf Deko Artikeln bin. Für mich ist die Ästhetik vollendet wenn eben genau diese angedachte Kühle und die klaren Formen, der grosszüge lichtdurchflutete Raum, durch seine Einfachheit besticht. Ich mag Industrie Design, Stahl, raue Betonwände, klare Linien, kalte Farben und viel Glas. Erst in solchen Räumen habe ich das Gefühl wirklich Atmen zu können. Was sich auch immer wieder in meinem Wohnungen zeigte. Je nach den vorgefundenen Gegebenheiten passte ich immer meine bevorzugte Lebensweise diesbezüglich an. Ich lebe lieber in einem einzigen Raum wenn die entsprechende Wohnung dadurch größer wirkt und ich verzichte auf alles überflüssige um selbst kleinstem Raum etwas großzügiges abzuringen. So kommen wir auch wieder zu dem Hauptthema meines Blogs zurück. Der Mode. 

Minimalismus in der Mode

Wie ich schon öfter erwähnte hatte auch ich, trotz aller Sympathie für den Minimalismus, einst einen Klamotten Fundus der für mehrere Frauen in Leben lang gereicht hätte. Da gab es die Abteilung Business aus meinen Zeiten im Büro, zig Hosenanzüge und Kostüme dazu unzählige Blusen, ich hätte quasi vier Wochen am Stück jeden Tag etwas anderes inklusive unterschiedlicher Schuhe tragen können ohne mich zu wiederholen. Dann die Abteilung Reitsport, auch hier herrschte Überfluss, ganz unabhängig von der restlichen Sportabteilung, die ich zwar besaß aber nicht wirklich nutzte, ich mag keinen Sport außer dem Reitsport. Weiter ging es mit „Alltagskleidung“ ein buntes Sammelsurium über die Jahre angehäuft von „nichts zum anziehen“ mit wenigen Ausnahmen. Ich könnte jetzt ewig so weiter machen aber das erspare ich euch und komme zum Punkt. Es stand mal wieder ein Umzug an und tatsächlich fragte ich mich da ob ich dieses ganze „Gepäck“ wirklich weiter mit mir herumschleppen mag. Die Antwort war so klar wie selten, sie lautet Nein! Also verpackte ich nur was mir gefiel, was ich liebte, was heil war und passte (da zeigte sich hier bereits ein kleiner Anflug dessen zu dem Minimalisten raten). Alles andere, nicht nur bei Kleidung, durfte gehen. So kam es, dass ich meine Garderobe zu etwas Überschaubaren reduzierte. Und nicht nur hier wurde mein Hab und Gut in überschaubare Dimensionen gebracht. Der erste Schritt war also getan. Später verfiel ich, auch darüber bereicherte ich bereits hier, nochmals in den Ansammeln-Modus des überflüssigen. Bekam, alleine schon wegen mangelndem Platz, aber auch hier wieder die Kurve. Was damals wie auch jetzt auffällig bleibt sind die Stücke die blieben und solche die ggf. neu angeschafft werden. Sie entsprechen immer einem dem minimalistischem zuzuordnenden Design oder sind absolute Klassiker in der Mode. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regeln und befinden sich fast ausschließlich in meinem Schuhregal.  

Ich und mein Minimalismus 

Tatsächlich habe ich bei der Recherche zu diesem Artikel festgestellt, dass selbst ich für meinen persönlichen Geschmack noch viel zu viel im Kleider- und Schuhschrank habe, was man nicht wirklich braucht. Also werde ich mich weiter, nach und nach einschränken und noch mehr auf mein Konsumverhalten achten. Auch wenn ich meilenweit von dem entfernt bin was der Deutsche im Durchschnitt so kauft. Ganze 60 bis 80 Teile pro Jahr. Das ist der gesamt Durchschnitt und ich finde das erschreckend. Genauso erschreckend finde ich wieviel Kleidung wir jedes Jahr wegwerfen. Im Durchschnitt ca. fünf Kilo. Nehmen wir jetzt noch eine Zahl zum Vergleich die mich aufhorchen ließ: jeder deutsche trägt im Durchschnitt  40% seiner Kleidung so gut wie nie. Genau diese 40% und allem was ich nur ein, zweimal im Quartal trage,  werde ich zukünftig genau im Auge behalten. Sprich, die Kiste für „mal sehen ob ich es vermisse“ steht bereit. Oder sollte ich eher Kisten sagen? 

Wenn ihr euch mehr Informationen zu den Themen Minimalistischer Kleiderschrank und Capsule Wardrobe wünscht lasst es mich wissen, dann werde ich dazu nochmals einen gesonderten Beitrag ohne Ausflüge in meine persönlichen Welten verfassen. 

Love, Stefanie 

4 Kommentare

  1. Britta
    November 11, 2020 / 17:04

    Hallo Stefanie,
    Klasse Beitrag . Ich weiß gar nicht warum es mich nicht schon früher gepackt hat. Diese 10 Tage meiner 10×10 Challenge waren wirklich toll.
    Ich, und meine kleine Kleiderstange mit 8 Kleidungsstück en.
    Kein nervöses irren der Augen durch das riesen Angebot der Kleidung in meinem Schrank. Kein 10 x umziehen und man wird von Minute zu Minute gefrusteter.
    Ich ziehe das jetzt durch, ganz sicher…! So will ich das immer haben.. diese Kreativität .
    Nicht so als wenn man sich ein Pflaster abreißt, also schnell und fast schmerzlos, sondern geplant und bewußt will ich mich trennen .
    Ich glaube allerdings das nicht viele an diesem Thema interessiert sind Stefanie ☺️ ( Ich natürlich brennend ) . Die meisten erkaufen sich Ihr kleines Glück indem sie shoppen gehen. Wenn das Glücksgefühl dann nachlässt muss wieder geshoppt werden. Eigendlich ganz schön traurig oder?

    Ich drück Dich ganz fest

    Lieben Gruß

    Britta

    • November 11, 2020 / 17:57

      Hallo Britta,

      U d selbst wenn du die einzigste wäre die Interesse an diesem Thema zeigt (was definitiv nicht der Fall ist, überraschend wie viel den Artikel gut finden und gerne mehr erfahren würden denn ehrlich gesagt ging ich davon aus dass es nur dich und mich interessiert) werde ich an einer Fortsetzung schreiben. Auch wenn ich selbst ja schon lange in die Richtung des Minimalismus tendiere hat mich das Thema bei der Recherche sehr berührt. Zum Nachdenken gebracht und dieser Artikel ist ganz anders geworden als ursprünglich geplant … also … Fortsetzung folgt keine Frage
      Und Änderungen wird es auch bei mir noch weitere geben, keine Radikalen, das nicht, aber ich werde definitiv noch bewusster mit dem Thema umgehen.
      Dir erst einmal viel Spaß bei deinem neuen Weg den Du offensichtlich gerade eingeschlagen hast, ich bin gespannt was ich mich da zukünftig hübsches erwartet

      Ganz liebe Grüße
      Stefanie

  2. Britta
    November 11, 2020 / 18:11

    Ich freue mich schon sehr . Ja, wenn es einen einmal gepackt hat . Mein Auslöser warst definitiv Du

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