Frauenzeitschriften

Immer wieder durchforste ich neben Instagram und Co. auch bekannte Frauenzeitschriften – oder sollte ich sie Modemagazine nennen? – wenn ich mal wieder ein kreatives Tief zu überwinden habe, mir einfach keine Themen einfallen wollen, oder ich alles langweilig finde um mir einen Input zu holen. Eine Anregung für ein interessantes Thema, einen Fingerzeig auf einen neuen Trend der von mir bis Dato nicht aufgefallen ist, Inspiration im allgemeinen. War ich bislang tatsächlich eine begeisterte Konsumentin der Modemagazine, die ich nun in Frauenzeitschriften umbenannt habe, stößt mir seit längerem immer mehr auf ununterbrochen auf Wiedersprüche zu stoßen. Dazu kommt, dass Modemagazine heute vermehrt Themen behandeln die keinerlei Bezug zur Mode haben. Waren nur wenige Seiten in der Vergangenheit über Diäten und Reisen in dem Magazin zu finden geht es heute in jedem zweiten Artikel um Ernährung und Lebensmittel die dich schlank und schön machen. Für mich steht das im krassen Gegensatz zu den hochgehaltenen Fanden welche bedruckt sind mit Aussagen wie „jeder Körper ist schön“ und „no body shaming“. 

Reduziert auf Dummchen Niveau 

Ok, kaufe ich eine Modezeitschrift möchte ich mich darin über Mode, meinetwegen noch Beauty informieren. Politische Statements müssen hier nicht zu finden sein. Ein bisschen Lifestyle und Gesundheit, auch akzeptabel, wie gesagt, meinte wegen. Auch wenn es dafür gesonderte Magazine gibt. Heute sehen Modemagazine aber wie oben schon erwähnt ganz anders aus. Fast die Hälfte der Modemagazine geben dem Thema Ernährung und Diät inklusive Joga und Sport soviel Raum, dass man schnell noch mal aufs Cover schaut um sich zu vergewissern was wir da in der Hand haben. Nach einem angebrachten Artikel darüber, dass jeder weibliche Körper schön ist, Cellulite und Dehnungsstreifen normal sind, man das alles nicht verstecken muss und schon gar nicht Kleidergröße super small benötigt um attraktiv zu sein, folgt der Artikel „fünf Lebensmittel gegen Cellulite“. Besagter Artikel wird abgelöst durch ein kleines Intermezzo über Sommermode, es geht um Kleider mit kleinen Puffämelchen, die, wie die Redaktion uns verrät besonders geeignet für die Generation ab 30 weil sie Winkearme verstecken. WHAT? 

Traurig aber wahr 

Ja, ihr habt richtig gelesen, hier spricht eine Zeitschrift sich auf Seite XY gegen Diskriminierung von Frauen aus die ggf. nicht die Figur eines Laufstegmodels haben. Es wird ein großes Fass aufgemacht, dass jede Frau sich so zeigen soll wie sie ist und auf darauf folgender Seite wird der gleichen Frau gesagt „Du hör mal zu, trage das Kleidchen damit niemand deine Winkearme sieht“. Nicht, dass das schon schlimm genug ist. Mit der Aussage „ab 30 … Winkearme“ wird auch noch suggeriert das jede Frau ab 30 Wabbelarme hat. Ich weiß nicht wer solche Artikel verfasst und für wie dumm die Leser gehalten werden. Die Reduzierung auf die beschränkten Interessen einer modebewussten Frau neben der Mode sich fast ausschließlich mit Diäten zu beschäftigen, empfinde ich persönlich als verwerflich. 

Wenn eine Modezeitschrift den Namen nicht verdient sollte man sie in Frauenmagazine umtaufen und dazu einen Warnhinweise geben: beim lesen werden sie auf Diskriminierung stoßen und sollten über ein gutes Selbstwert-Gefühl verfügen 

Love, Stefanie     

2 Kommentare

  1. Britta
    August 18, 2020 / 14:14

    Hallo Stefanie,

    Du hast absolut recht! Von Buchtips über Kinotips ist alles zu finden in solchen Zeitungen.
    Berichte über wie komme ich Faltenfrei durch den Sommer mit 50, werden begleitet mit Fotos von 20 Jährigen Models .
    Macht keinen Spaß mehr, man fühlt sich verarscht.

    Lieben Gruß Britta

    • August 18, 2020 / 15:40

      Hi Britta,
      Du sagst es! Aber mir stößt am übelsten der ganze Diäten Wahn auf… als ob jede Frau nichts anderes im Kopf hätte als abnehmen zu wollen.
      Liebe Grüße
      Stefanie

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