Fastenzeit

Heute beginnt die Fastenzeit, sie geht bis zum 18.April. Sechs Wochen verzichten, Fasten, den Gürtel enger schnallen, oder wie ich es nenne, sich allem bewusster werden.

Da ich nicht gläubig bin, also keiner Kirche angehöre, nutze ich diese Zeit ganz bewusst für mich persönlich insgesamt zu „fasten“. 

Weniger ist mehr

Sechs Wochen keine feste Nahrung oder ähnliches, wie es manche tun, ist nicht mein Ding. Aber „weniger ist mehr“ schon.

Diese Zeit zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag nutze ich um ganz bewusst Verzicht zu üben. Generell, alle Lebensabschnitte inbegriffen. Diese Zeit hilft mir jedes Jahr aufs neue bei mir zu bleiben, denn im Trubel des Alltags geht vieles unter. Sechs Wochen Auszeit und „back to the Routes“ nenne ich diese Zeit. 

Wie sieht das im einzelnen aus?

Wie oben schon in der Überschrift erkennbar, bedeutet es in diese Zeit den Gürtel enger zu schnallen und nach dem Motto weniger ist mehr zu leben. Kein Shopping, mein Kleiderschrank ist voll. Weniger Ausgehen, ich muss nicht jede Party mit nehmen. Keine Taxifahrten, das Velo tut es auch. Weniger Essengehen, ich kann schliesslich Kochen. In dieser Zeit verzichte ich prinzipiell auch auf jeglichen Alkohol, Pizza, Nudeln, Schokolade, Chips und Softgetränke. Nicht dass ich mich sonst ungesund ernähre, aber der bewusste Verzicht ist trotzdem etwas anderes. Ich finde es trägt nicht nur zur Reinigung des Körpers bei, sondern auch des Geistes. In dieser Zeit verzichte ich auch weitestgehend auf Unterhaltungsmedien – was mir nicht schwer fällt, denn ich habe nicht einmal einen Fernseher. Auch ein Radio fehlt in meiner Wohnung gänzlich – ich mag die Ruhe. Wir werden überall und immer in unserer Gesellschaft beschallt, da geniesse ich es mich dem zu Hause nicht aussetzen zu müssen. Der Verzicht auf all diese Dinge bringt mit sich, dass auch meine Haut sich erholen kann, kein Make up, keine überflüssige Pflege, die man sich tonnenweise ins Gesicht schmiert, wenn man die letzte Nacht mal wieder unterwegs war und am Morgen danach aussieht als wolle man als Pandabär durchgehen.

Zeit alleine zu Sein

Ich gebe es zu, dass ich mich am liebsten die nächsten Wochen, so wie ich es früher des öfteren getan habe, in dem ich einfach abgehauen bin, total zurück ziehen würde. Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht. Es wartet ja trotz allem noch die ein oder andere Verpflichtung auf einen. Dennoch bedeutet diese Zeit für mich Rückzug. Diese Zeit ist meine Zeit und so oft es geht verbringe ich diese alleine. Ich bin sehr gerne alleine und es ist kaum zu glauben, denn ich bewege mich recht öffentlich, bin ich doch ein Einzelgänger. Ich liebe es alleine zu Sein. Meine Gedanken fliessen zu lassen und mich ausschliesslich mit mir und meinen Bedürfnissen zu beschäftigen. Ja, in dieser Zeit bin ich sehr egoistisch, das gebe ich zu, denn ich wehre mich dagegen in die Pflicht genommen zu werden. Ich mag in dieser Zeit wirklich meine Ruhe haben um Dinge zu tun, die sonst zu kurz kommen. Raus in die Natur, einfach in der Sonne sitzen, lesen. Vor allem Lesen. Lesen hilft mir dabei neue Kreativität zu entwickeln. Es hilft mir mich in meine eigene Welt zurück zu ziehen die ich im Alltag so oft vergesse. 

Warum ich zum Eremiten werden muss

Ein mal im Jahr muss ich zum Eremiten werden. Ich würde mich sonst in dieser hektischen Welt verlieren. Gerade indem was ich tue ist es nicht immer einfach die Balance zwischen nötigem Ellenbogen Einsatz, dickem Fell, nötige Frechheit und absoluter Gelassenheit zu wahren. Es geht nicht immer gerecht zu und ab und an bekommt man tatsächlich auch unverschämte Ansagen. Damit muss man umgehen können. Um so mehr Stress man hat umso verletzlicher wird man denn es zehrt einen aus, die Nerven liegen blank und man nimmt auf einmal Dinge persönlich, wird evtl. selbst ungerecht oder vergreift sich im Ton. Ich bemerke jedes Jahr aufs Neue, dass meine Reizbarkeit um die Fastnachtszeit grenzwertig wird. Das hat definitiv nichts mit Unzufriedenheit zu tun, aber mit Balance. Trotzdem möchte ich nicht als tickende Zeitbombe herum laufen, also freue ich mich nicht nur auf meine ganz persönliche Fastenzeit, sondern sie ist auch bitter nötig. Sie hilft mir meine Gelassenheit zu wahren. Aber nicht nur das. 

Dankbarkeit ist Glück

Meine Zeit des Verzichts hilft mir im allgemeinen unheimlich dabei mir all dessen bewusst zu werden, was ich in seinem Leben habe und wie wenig ich brauche um glücklich zu sein. 

Wieviel Glück ich habe, dass tun zu können was ich möchte, einen tollen Bekannten- und Freundeskreis zu haben, eine tolle Familie. Ein schönes Leben rund um. Welche vielseitigen Möglichkeiten ich jeden Tag habe. Genau dieses Wissen, macht mich dankbar. Dankbar für ein erfülltes, gesundes, glückliches und liebevolles Leben. Genau um diese Dankbarkeit nie zu verlieren, sie nie zu vergessen, mich nicht zu vergessen, brauche ich meine ganz persönliche Fastenzeit.

Love, Stefanie

4 Kommentare

  1. Sandra
    März 6, 2019 / 19:25

    Hi Süsse….toller Beitrag….bin echt überrascht was ich hier so die letzten Tage von Dir lese….
    Habe mir tatsächlich anhand deiner coolen ,stylischen Luxusfashionbilder ein ganz anderes Bild von Dir gemacht.
    Toll fand ich dich da auch schon….aber deine Beiträge setzen noch eins drauf
    Bin begeistert…werde mir das mit den „Fasten“ernsthaft überlegen.
    Danke für deinen Beitrag
    Sandra
    _misspink_6773_

    • März 8, 2019 / 12:24

      Liebe Sandra,

      Ja, wir malen uns alle anhand von Bildern schnell ein Bild von unserem Gegenüber. Liest man dann ein paar Zeilen wird das Bild entweder schöner, oder es verliert vollkommen an Reitz. Ich Danke dir dass Du mir deine Zeit schenkst und liest was ich hier schreibe. Rege ich damit zum Nachdenken an freue ich mich umso mehr.

      Danke dir von ganzem Herzen für deine lieben Worte. Solch Kommentare motivieren mich weiter zu machen

      Stefanie

  2. Oliver
    März 8, 2019 / 10:33

    😉

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