Fast Fashion

…und der Drang alles kaufen zu müssen …

Wie in meinem letzten Beitrag bereits angekündigt, werde ich heute meiner persönlichen Meinung zu dem Thema „ich muss das haben um bei Instagram Likes zu erzielen“ kund tun. Was das ganze mit Fast Fashion zu tun hat, darauf komme ich später zurück. 

Vorab sei erst einmal gesagt, dass ich mich ja entschlossen habe nicht mehr die Klappe zu halten und vor allem meine Meinung laut aus zu sprechen. Hier auf meinem Blog. Das ist mein eigenes Ding und ich unterwerfe mich hier nur meinen eigenen Regeln. Wem meine Meinung nicht passt, der muss sie sich nicht durchlesen. Keiner muss sich angegriffen fühlen, oder meine Meinung teilen, ich will weder missionieren noch beleidigen. Dennoch ist mir bewusst, dass derartige Beiträge wahre Shit Storms auslösen können. Ich vertraue hier aber mal, immer schön positiv denkend, darauf dass die meisten Leser über genügend Intelligenz verfügen eine rege Diskussion ohne Hasstiraden führen zu können. Indem ich meine persönliche Meinung äußere möchte ich lediglich zum Nachdenken anregen. Nicht mehr und nicht weniger. Eigentlich schon schade darüber überhaupt soviel Worte verlieren zu müssen.

Nun aber zum eigentlichen Thema: 

Der Wunsch nach Anerkennung ist in jedem verankert, prinzipiell für mich auch völlig Ok, nur die Ausmaße, die es heute annimmt finde ich definitiv bedenklich. Gab es früher, ohne das www, schon viele die unbedingt „dazu gehören“ wollten, sich mit dem Kollegen, Nachbarn, Freuden einen Wettstreit lieferten in „mein Haus, mein Garten, mein Auto“, hat es heute skurrile, in meinen Augen bedenkliche Formen angenommen. Verglichen sich früher die Menschen in direktem Umfeld so findet der Vergleich heute weltweit in den sozialen Medien statt. Unabhängig davon, dass ich es fraglich finde ob ein Vergleich mit anderen einen glücklich machen kann, empfinde ich die heutige Entwicklung beängstigend. Um nicht zu sagen gefährlich. Gerade bei Instagram werden Lebensstiele als der Norm entsprechend dargestellt die, es sei mal dahin gestellt ob echt oder gefaket, alles andere als der Norm entsprechen. Aussagen wie „es ist doch normal nur Designer Teile zu tragen“ oder Firmen die Designer Taschen und Accessoires vermieten damit jemand sich damit auf Instagram zeigen kann (ich hätte Verständnis ein Designern Teil für einen besonderen Anlass zu mieten wie einen großen Ball… den Reifrock eines Brautkleides und die Kutsche zur Hochzeit miete ich ja auch) ist nicht normal! Dennoch wird man darauf konditioniert genau so sich auch darstellen zu wollen, eine Reizüberflutung. Versteht mich nicht falsch, ich finde nichts verwerfliches daran Ziele zu haben oder stolz auf etwas was man erreicht hat zu sein. Jedem ist völlig selbst überlassen in wie weit er das auch zeigt. Was mir Sorge bereitet ist die Entwicklung, dass sehr viele die auf Instagram unterwegs sind sich geradezu gezwungen sehen den neusten Trend auch zu zeigen. Der Norm zu entsprechen. Darüber hinaus wird vergessen das diese schillernde Welt nicht die Norm ist. 

Konsum bis zum Erbrechen

Viele vergessen auch, dass es sich bei Instagram zwar um eine Social Media App handelt, diese aber hauptsächlich durch Werbung funktioniert. Wozu sonst all die Hashtags und die Möglichkeit nicht nur zu verlinken sondern direkt auch den gezeigten Artikel kaufen zu können? 

Nie war die Verlockung größer als heute. Ein, zwei Klicks und Zack ist das gewünschte Teil im Warenkorb und auf Reisen zu uns. Darüber hinaus wird der Kontostand schnell vergessen, denn das Verlangen genau dieses Teil zu besitzen, was da gerade die Lieblings Influenca trägt, was gerade gefühlt jeder hat, ist einfach zu groß. 

Genau hier komme ich nun zu dem Thema Fast Fashion 

Gekauft und weg

Sei es nun Zara, H&M oder wie sie alle heißen, die Fast Fashion produzieren, das Ziel all dieser Firmen ist schneller Umsatz ohne Rücksicht auf Verluste. Ja, ich sage es wie ich es denke, denn diesen Unternehmen geht es nicht um Nachhaltigkeit, faire Arbeitsbedingungen und gute Qualität, schon gar nicht darum, dass ein Kunde jahrelang genau dieses Teil von ihnen trägt. Diese Unternehmen setzen genau auf den herrschenden Konsum Wahnsinn. Mit günstigen Artikeln, die sich eine breite Masse leisten kann bringen sie alle paar Tage neue Trends in ihre Läden. Oft abgekupfert von führenden Labels, dennoch nie eins zu eins kopiert, reagieren diese Unternehmen ohne viel Aufwand blitzschnell auf Mode Hypes und finden willige Abnehmer. Käufer die kaufen um ein paar Tage, Monate, spätestens eine Saison später, genau dieses Teil, was sie unbedingt brauchten zu entsorgen.

Detox ist wichtig , nachdenken auch

Vor einiger Zeit betrieb ich ein umfangreiches Detox Programm in meinem Leben, was nicht nur Dinge betraf die mir nicht gut tun, sondern auch meinen Kleiderschrank. 

Ich sortierte kräftig aus. Was mich nicht wirklich überraschte war das Ergebnis dieser Aktion. Ausgemistet hatte ich fast ausschließlich Fast Fashion. Ihr seht also, auch ich war des Öfteren dem Trend des „das muss jetzt mit und das kostet ja nicht viel, das brauche ich jetzt unbedingt“ erlegen. Das Ergebnis dieser Erkenntnis war, dass ich mich persönlich unendlich ärgerte so einen Schrott (sorry, natürlich ist es kein Schrott, aber ich trage die Teile nicht, trug sie ein -, zweimal vielleicht, also sind sie überflüssige) gekauft zu haben. Sprich, soviel Geld ausgegeben zu haben für Dinge die ich entweder als Kompromiss zu einem teuren Teil mir zu gelegt habe – und hier gebe ich zu … das Verlangen nach dem Original war dadurch nicht befriedigt – oder einfach an dem Virus „das hat jeder das musst du auch haben um hip zu sein“, erkrankt war. (Die Betonung liegt auf war!) Dennoch denke ich, auch Fast Fashion hat eine Daseins Berechtigung. Wegwerfen kommt für mich nicht in Frage, also biete ich es anderen, denen die Teile eine Freude bereiten, günstig an. Ein kleines Trostpflaster für mich, wenn es noch getragen wird. Selbstverständlich, dass sei hier auch mal kurz erwähnt, gibt es auch das eine oder andere Teil was bleiben durfte, weil ich es mag, es zu mir passt. Trotzdem ist die große Masse der Teile, die sich heute in meinem Kleiderschrank befinden, keine Fast Fashion und wer jetzt das Totschlag Argument „ich kann mir keine Designer leisten“ anbringt, sorry den Zahn muss ich dir ziehen. 

Gute Qualität zahlt sich aus

Beim detoxen meines Kleiderschrankes stellte ich überrascht fest wie alt eigentlich wirklich sehr viele der damals wirklich teuren Teile doch sind. Nicht nur ein Kleid oder eine Hose, sondern die Mehrheit der verbleibenden Stücke sind tatsächlich teilweise schon über zwanzig Jahre alt. Als ich daraufhin mein Kaufverhalten mal analysierte stellte ich fest, dass bevor ich auf Instagram aktiv war, ich zwar weniger konsumierte, aber dafür keine Fast Fashion sondern auf Nachhaltigkeit achtete, und auf Kombinierbarkeit. Ein überschlagen der ausgegebenen Summen brachte dann tatsächlich kaum zu glaubendes an den Tag. Ich gab nie soviel Geld für Kleidung aus wie in meiner aktiven Zeit in den sozialen Medien. Also das letzte Jahr. Dabei kaufte ich fast ausschließlich Fast Fashion. Die Erkenntnis, dass ich für „Wegwerfmode“ soviel investiert habe, also dem Kaufrausch verfallen war beschämt mich zu tiefst. Nie hätte ich gedacht, dass ich so beeinflussbar bin. Mich so schnell infizieren lassen würde von diesem Virus „willst du Mode zeigen, darüber schreiben, musst du sie auch haben“. Heute bin ich wütend auf mich selbst, denn durch dieses sinnlose verblasen von Ressourcen habe ich Wünsche aufgeschoben und ja … bin mir selbst sogar untreu geworden. Habe meine eigenen Werte missachtet. Beschämend sich ein zu gestehen, ja, zu wissen, dass ohne dieses Abgleiten in den Konsum Rausch, geblendet von günstigen Preisen, ich heute mein Traum Jackett, meine absolute Traumbluse, etc. in meinem Schrank hätte, für viele Jahre. Eben Nachhaltiges.

Mein Resümee

Auf lange Sicht habe ich festgestellt, dass es nichts bringt, mir nichts bringt, Fast Fashion zu kaufen denn es kostet mich definitiv mehr Geld bei weniger Freunde als einmal etwas zu kaufen was beim bezahlen echt weh tut, etwas worauf ich sparen muss und was ich mir nicht einmal die Woche leisten kann. Auf die Jahre gesehen zahlen sich aber genau diese Stücke aus. Rechnet man einmal ein teures Stück auf die Anzahl der getragenen Jahre, Tage herunter so sind diese teuren Stücke auf einmal wesentlich günstiger als es den Anschein macht. Ok … ich gebe zu, ich habe auch Glück Teile tragen zu können die schon zwanzig Jahre alt sind, weil sich meine Figur nie wirklich geändert hat und mein ganz persönlicher Stil auch nicht. 

Auch diese Erkenntnis hat mich ereilt. Mein Stil hat sich nie wirklich geändert, unabhängig davon, dass ich immer modisch unterwegs war dominierten in meinen Stil dennoch immer wieder die gleichen Farbwelten, Materialien und Stile. Meine Lieblings Designer haben sich über Jahre nicht geändert, auch wenn sie sich ab und an mal in der Rangliste abwechseln, so bleibe ich ihnen doch treu. Und so wie meinen favorisierten Farben, Stoffen  und Designern werde ich nun auch mir treu bleiben. Mir und meinem eigenen Stil. Meinen Werten.

Deshalb habe ich mich auch entschlossen mich keiner Herde mehr an zu schließen und definitiv nicht mehr dem Rausch des haben Wollens zu verfallen. Fast Fashion ist für mich kein Tabu, das sage ich nicht, aber ich werde sehr genau überlegen ob ich wirklich das Teil x oder y brauche und wie lange dieses ein zu Hause in meinem Kleiderschrank haben wird. Alleine diese Überlegung und meine Abneigung gegenüber den Arbeitsmethoden der Unternehmen kommen aber einem Ausschuss fast gleich. Völlig Ausgeschlossen ist es für mich aber mir jemals wieder ein Teil zuzulegen weil es einfach dazu gehört es zu haben. Oder weil ich es für ein Foto brauche um einen ordentlichen Beitrag zu schreiben über das was gerade In ist. An dieser Stelle denke ich, sei es mir verziehen , wenn der ein oder andere Blog mal nicht mich im jeweils angesagten Trend zeigt. Auch eine Änderung im allgemeinen. Da ich mir vorgenommen habe hier, auf dem Blog mehr Beiträge zu bringen wird sich auch die Art der Darstellung der Beiträge ändern. Es ist mir einfach unmöglich zu jedem Thema passende, eigene Fotos zu erstellen, aber es geht ja bei Trends auch nicht um mich, sondern um das was angesagt ist. 

Ich hoffe ihr bleibt mir trotzdem treu.

Love, Stefanie



12 Kommentare

  1. Monika Vester
    März 5, 2019 / 10:20

    ein Text der zum nachdenken anregt

    • März 5, 2019 / 10:23

      Liebe Monika,

      wenn du dir nach dem lesen meines Textes Gedanken machst habe ich mein Ziel voll und ganz erreicht. Ich freue mich darüber sehr.

      Hab einen wunderschönen Tag
      liebe Grüße
      Stefanie

  2. Sandra
    März 5, 2019 / 17:49

    Hi Stefanie….
    So jetzt hatte ich auch Zeit zu lesen…toller Beitrag ,indem ich mich mehr als 1x wiedergefunden habe…
    Ich werde mal in Ruhe meinexKaufstrategie überdenken…gebe Dir aber schonmal in Allem recht….
    Wie lange hatte ich an dieser Guccitasche gespart bis ich sie mir in FFM noch mit einem Gürtel obendrauf gegönnt habe.. ..
    Es ist etwas ganz besonderes für mich….hingegen die 10 Winterpullover von ZARA für 39,95….schöne Teile aber halt eben nur gekauft da ich sie hier und da bei Insta gesehen habe…1-2 mal getragen…..ach ja und günstig waren Sie….aber 10×39,95….Da gibt’s schon ein tolles Teil einer vielleicht…“luxusfirma“?!Und für Obenrum hätte ich trotzdem noch was im Schrank gefunden…..Haaaaaaben wollen
    Gruss Sandra….Miss Pink

    • März 5, 2019 / 19:32

      Hallo Sandra,

      Ich freue mich sehr das du dir die Zeit genommen hast vorbei zu schauen und ja, ich denke viele werden sich hier wieder finden… in diesem Beitrag. Das Gefühl auf etwas gespart zu haben, und es dann endlich zu haben, dass kenne ich auch sehr gut und wie bei dir sind diese Teile bei mir dann auch etwas ganz besonderes. Sie werden gehegt und gepflegt.
      Ich mache das nun bei all meinen Sachen so, egal ob Tasche, Schuhe, Gürtel oder Bluse, ich spare darauf was ich wirklich haben will und weiß das bleibt dann über Jahre.
      Das Gefühl ist dann viel besser als das kurzfristige haben wollen zu befriedigen.

      Ganz liebe Grüße
      Stefanie

  3. Britta
    März 5, 2019 / 19:12

    Hallo Steffi,
    was soll ich sagen, ausser Du hast vollkommen Recht! Mir sind Designerteile, ich bin auch ehrlich, so viel Geld nicht wert. Eine Tasche, oder Schuhe für über 1000 Euro, der Wahnsinn. Sicher rümpfen viele Menschen auch die Nase darüber das ich gerne Secondhand Kleidung kaufe, mir echt egal. Ich finde Sachen die nicht jeder hat und kaufe nachhaltig ein❤️..
    LG

    • März 5, 2019 / 19:28

      Hallo Britta,

      Ich kaufe auch sehr gerne Second Hand … leider mit meiner Größe nicht sooo einfach aber ich schaue immer wieder.
      Und … um Nachhaltigkeit geht es schließlich, oder?

      LG
      Stefanie

  4. EvelinWakri
    März 5, 2019 / 21:50

    Liebe Stefanie,
    ja ich habe mich auch wiedererkannt und muss auch sagen, dass ich nicht dem Hype folge, da ich mich nie gerne wie die Masse präsentiere, aber doch günstige Mode geshoppt habe, da es seit meine Erkrankung viel Geld kostet die Prioritäten zu setzen sind und dennoch, habe ich schon vor Wochen beschlossen, im Schrankraum auszumisten und nur noch das eine oder andere Teil in den kleinen modischen Läden zu holen, dafür aber viel weniger und qualitativ hochwertiger…, Auch heute war ich bummeln ohne shoppen. Danke für diesen anregenden und zum Nachdenken bringenden Beitrag.
    Ganz liebe Grüße EvelinWakri

    • März 6, 2019 / 12:16

      Liebe Evelin,

      Gerade mein neuster Beitrag befasst sich auch damit zu sehen was man hat und wie viel wir doch haben. Auch ich gehe sehr oft bummeln ohne auch nur einen Cent aus zu geben und werde dies auch zukünftig tun. Wenn etwas Neues nach meiner Fastenzeit Einzug hält wird dies ein besonderes Stück von Qualität sein. Bis dahin shoppe ich auch im eigenen Kleiderschrank

      Beste Grüße
      Stefanie

  5. Fraeuleinlo
    März 8, 2019 / 15:47

    Wirklich ein ganz toller Artikel, genau zu diesem Schluss bis ich auch im Januar gekommen und habe aufgehört mich „infizieren“ zu lassen – sei es durch die momentane Abwesenheit bei Instagram und auch über die Neusortierung meiner Prioritäten. Ich habe mir gestern etwas ganz teures gegönnt an dem ich aber sicherlich Jahre Freude haben werde: einen neuen Sattel für mein Pferd. Nichts was man auf Instagram postet aber dennoch etwas was mich sehr glücklich macht, glücklicher wie der nächste H&M Pullover! In dem Sinne – toller Artikel!

    • März 8, 2019 / 15:50

      Danke dir Steffi und ich garantiere Dir: ein guter Sattel macht einen ein Leben lang glücklich … ich spreche aus Erfahrung und … dafür hat sicher niemand auf Insta Verständnis 😉

  6. Katarzyna Glodek
    April 14, 2019 / 17:17

    Liebe Steffanie,

    ich kann diesen Beitrag 1:1 unterschreiben.

    Vor ein paar Wochen habe ich ebenfalls Bremse auf Insta gezogen und poste momentan weniger.

    Ich bin auch jemand der Qualität liebt und auf das wie und wo es produziert wurde achtet. Auch ich habe einiges an Fastfashion gekauft und ärgere mich heute darüber, weil ich es einfach nicht bin und weil ich mich dazu verleiten ließ.

    Ich trage lieber meinen ein paar Jahre alten Closed Pulli oder meine FTC Strickjacke als zwischen 20 Polyester Pullovern im Schrank zu wählen.

    Ich finde Deine Ehrlichkeit sehr gut und sehe die Dinge genauso.

    LG

    ladybusiness.shop

    • April 22, 2019 / 19:45

      Hallo Liebes, vielen Dank für Deine lieben Worte und ich freue mich immer wenn ich mit einer Meinung nicht alleine bin. Beste Grüße – Stefanie

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