Erwartungshaltung

Wir leben gerade in unruhigen Zeiten und in der Gesellschaft brodelt es. Sind es nun durch Auswirkungen von Corona hervorgerufene Unsicherheiten, Meinungsverschiedenheiten über den richtigen Umgang mit den Gegebenheiten, Existenzängste Einzelner durch Kurzarbeit oder den Verlust des Jobs, die Black Lives Matter Bewegung in den USA, die wieder entfachte Rassismus Diskussion oderGewalt Exzesse in Stuttgart, durch unsere Gesellschaft zieht sich ein Spalt. Einst befreundete Menschen distanzieren sich, geraten in Streit über politische Themen, Religion, Extremismus, Fake News und Verschwörungstheorien. Eine offene Diskussion wird immer schwieriger. Und mitten Drinnen in dieser schier unendlichen Flut aus Meinungen geraten die Influencer, Blogger, generell Menschen mit „Reichweite“ unter Beschuss. Betroffen muss man die Tage feststellen, dass die Erwartungen der Follower an den vom ihm getypten „Social Media Star“ ungeahnte Triebe keimen lassen. Es werden völlig unangebrachte Forderungen gestellt. Erfüllt man diese nicht auf dem Fuße wird entfolgt, zerrissen, gemoppt, gedisst. Schließlich hat man eine Verantwortung als „Person des öffentlichen Lebens“ eine gewisse Vorbildfunktion. Hat man diese denn tatsächlich? 

Vorbildfunktion 

Sicherlich ist man als jemand, der in den sozialen Medien unterwegs ist, einen Blog betreibt, oder in anderer Art und Weise gewissermaßen in der Öffentlichkeit steht, für den einen oder anderen ein Vorbild. Sei es nun der Style der andere anspricht, oder eine Art sein Leben zu meistern sei einmal dahin gestellt, denn darum geht es nicht. Es geht um eine persönliche Entscheidung jeden einzelnen der sich dem www und der Öffentlichkeit aussetzt in wie weit er bereit ist persönliches zu teilen. Wie im Privatleben auch muss das jeder für sich selbst entscheiden. Auch das wie er sich öffentlich präsentiert. Gerade hier gibt es den ein oder anderen Promi der sicherlich eher als abschreckendere Beispiel gesehen und keine Vorbild Funktion übernimmt. Für mich persönlich bezieht sich meine „Vorbildfunktion“ darauf nicht betrunken durch die Gegend zu fallen, immer freundlich zu bleiben und keine Zigaretten auf Bildern zu zeigen. Ich muss niemanden zum pöbeln, rauchen und saufen animieren. 

Verantwortung 

Ich habe mir und meiner Familie gegenüber eine Verantwortung. Punkt. Ich habe keine Verantwortung gegenüber meiner Follower außer jener die ich mir selbst auferlegt habe. Mein Blog, meine Social Media Accounts, handeln von Mode, Beauty und Lifestyle. Meine persönliche politische oder religiöse Einstellungen sind hier völlig irrelevant. Nicht, dass ich keine Meinung zu all den Themen habe, definitiv habe ich sie, aber die Öffentlichkeit des Internets ist für mich nicht die geeignete Plattform diese kund zu tun. Alleine mein Job bringt es mit sich immer objektiv an Dinge und Vorgehensweisen heran zu gehen und meine persönlichen Empfindungen hinten an zu stellen. Alles andere würde einer subjektiven Verzerrung unterliegen und wäre somit nicht mehr tatsächlich eine objektive Berichterstattung. 

Schnell mal auf den Zug gesprungen

Tatsächlich wird man verurteilt wenn man sich so bedeckt in der aktuellen Situation verhält, was wohl einige auch dazu treibt schnell mal auf den „angesagten“ Zug der gerade am lautesten offenbarten Problematik auf zu springen. Sei es nun die Werbeindustrie bei der die Nachfrage nach farbigen Models exorbitant in die Höhe schnellt oder die angesagte Influencer die schnell mal ein paar Labels der unter dem immer noch herrschenden Rassismus leidenden postet. Der Koch der zum Virologen und politischem Experten wird, der Sänger der seine Karriere schnell durch kuriose Aussagen befeuert, sie haben alle eins gemeinsam: sie verlieren ihre Glaubwürdigkeit. 

Statements für Likes

Sicherlich gibt nicht jeder der in der Öffentlichkeit steht ein Statement zu brisanten Themen ab um damit seine Beliebtheit zu erhöhen oder zu zeigen was für ein toller Mensch er doch ist. Besonders auffällig ist in der momentanen Zeit aber schon wieviele sich hier an dieser Stelle wie weit aus dem Fenster lehnen. Urplötzlich werden kurzfristig Themen aufgegriffen über die noch nie, auch nur ansatzweise auch nur ein Satz verloren wurde. Das Netz wird überflutet mit nachgeredetem, denn seit mir bitte nicht böse, ich glaube die wenigsten die sich hier in der Debatte äußern können auch nur ansatzweise nachempfinden wo Rassismus beginnt und wo er endet. Das bleibt den Betroffenen vorenthalten. Egal wie sehr wir hier von den Betroffenen auch die täglichen Repressalien erklärt bekommen, wir vielleicht sogar über soviel Empathie verfügen uns ein zu fühlen, so werden wir immer Außenstehende bleiben. Wir werden, außer wir haben es selbst unzählige male erlebt, nicht nachempfinden können wie es sich anfühlt hundertmal gefragt zu werden „wo kommst du denn eigentlich her?“ 

Genauso verhält es sich mit anderen politischen Themen und Religionen. Meiner Meinung nach sollte man lieber öffentlich Schweigen als Halbwissen und Unwissen für Likes zu propagieren.

Shitstorm vorprogrammiert 

So wie eine politische oder religiöse Meinung wird auch dieser Artikel nicht bei jedem auf Gegenliebe treffen. Da es hier aber tatsächliche nur um meine ureigene persönliche Einstellung zu dem weiten Themenfeld bezüglich Erwartungshaltung an Blogger und Co. geht werde ich damit leben können. Für mich steht fest: ändere erst dein eigenes Verhalten bevor Du gute Ratschläge gibst und diese breit gefächert äußerst, informiere dich und: Schuster bleib bei deinen Leisten. Hier gibt es immer mehrere Optionen. Setzt du dich ein tue es, aber nicht nur für den Moment. 

Meine Leisten sind Mode, Lifestyle und Beauty und darum geht es hier auch weiterhin, alles andere wäre unpassend und somit auch unglaubwürdig. 

Love, Stefanie 

6 Kommentare

  1. Britta
    Juli 5, 2020 / 13:34

    Hallo Stefanie,

    Ich finde es furchtbar wenn man sich wie ein Fähnchen im Wind dreht und sich immer der Meinung der Massen anschließt.
    Nur nicht anecken, schön mit dem Strom schwimmen. Dann lieber einfach mal den Mund halten.
    Was springen jetzt alle Influenzer zum Beispiel auf den Nachhaltigkeits – Zug auf. Genau die die vorher Fastfashion propagiert haben bis zum erbrechen!
    Und all die Follower – Schaafe klatschen tosenden Beifall…..
    Hab einen schönen Sonntag
    Britta

    • Juli 5, 2020 / 13:41

      Hi Britta,

      Stimmt … das Thema Nachhaltigkeit und Fastfashion ist auch so ein Ding! Eins von vielen … besonders „nett“ es wird von Nachhaltigkeit geredet und Fastfashion geshoppt.
      Habe auch einen wunderschönen Sonntag

      Ganz liebe Grüße
      Stefanie

  2. Stefanella100
    Juli 5, 2020 / 15:01

    Genau, da reden viele von Umweltbewusstsein und Umweltschutz und kaufen Billigmode aus China, was schlimmer ist als das was sie anprangern

  3. Juli 5, 2020 / 18:23

    Es ist natürlich schön, wenn man als Vorbild gesehen wird. Es bezieht sich auf die Familie oder Arbeit. Follower sollen einen folgen, für das wie einer ist und obwohl es immer kommerzieller wird, es sollte doch Spaß machen. Ob ich da ein Vorbild bin, weiß nicht, schließlich mache ich da nichts weltbewegendes. Es reicht wenn ich für dem einen oder anderen eine Inspiration bin. Liebe Grüße!

    • Juli 5, 2020 / 18:27

      Hi Mira,
      das was du mit Inspiration meinst … über die man sich freut wenn man sie anderen gibt … das meine u.a. auch mit der Vorbildfunktion… andere geben einem diese …wie du selbst erkannt hast … darum geht es aber nicht, es geht darum was du in manchen Augen „gefälligst“ zu tun und zu lassen … oder wie in meinem Falle nicht zu lassen hast… unabhängig vom kommerziellen Auftreten, welches ich weder hier noch in den sozialen Medien habe.
      Beste Grüße
      Stefanie

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